Oscar-Gewinner hinter den Kulissen
18.03.09
Sowohl für den FOH-Mix als auch für das Monitoring wurde jeweils eine große PM1D-Dual-Engine-Konsole verwendet, unterstützt von einer PM5D
Während der Erfolgsstreifen "Slumdog Millionär" am Sonntagabend des 22. Februars 2009 bei den 81. Academy Awards in Hollywoods Kodak Theater acht Oscars inklusive der Trophäe für den besten Film einheimste, gab es auch drei Gewinner hinter den Kulissen: Yamahas digitale Audiokonsolen! Angefordert wurden die Pulte vom PA-Designer und FOH-Engineer Pat Baltzell, geliefert wurden sie vom nahe gelegenen Ausrüster ATK Audiotek. Sowohl für den FOH-Mix als auch für das Monitoring wurde jeweils eine große PM1D-Dual-Engine-Konsole mit 128 Inputs und 64 Outputs verwendet. Unterstützt wurde das FOH-PM1D überdies von einer PM5D-Digitalkonsole. Am Monitorpult saßen Monitor-Engineer Michael Parker und der Techniker Tom Pesa.

Patrick Baltzell: "Digital-Konsolen mit Total-Recall-Funktionen haben bei Fernsehshows mit mehreren Künstlern wie der Oscar-Verleihung die Detailtreue einer Mischung um den Faktor zehn erhöht. In der guten alten Analog-Zeit musste ich immer Kompromisse eingehen. Ich wusste, dass ich nur ein paar Einstellungen wiederherstellen konnte, aber eben nicht alle. Nun kann ich problemlos für jede Vorstellung die Orchester-Mischung programmieren und sie mit allen feinen Details immer wieder aufrufen. Die Konsolen PM1D und PM5D verfügen zudem über eine erprobte Zuverlässigkeit und werden von vielen Toningenieuren von Künstlern akzeptiert."
Baltzell war auch bei der Amtseinführung von Barack Obama und beim Super Bowl XLIII der Front-Of-House-Spezialist. "Für die Amtseinführung von Präsident Obama habe ich ein Paar kaskadierte PM5Ds benutzt. Mir wurden diverse andere Konsolen angeboten, aber ich arbeitete drei Wochen lang unter freiem Himmel bei Temperaturen unter null Grad. Unter solchen Bedingungen ist Yamaha schlichtweg die erste Wahl. Ich muss meinem Pult einfach voll vertrauen können."
Michael Parker, der auch bei den 51. GRAMMY Awards auf der "B-Bühne" für den Monitormix zuständig war, findet, dass digitale Mischtechnik einen Meilenstein in der Audiohistorie darstelle. Die sehr schnell zugängliche Signalverarbeitung spiele gerade bei Live-TV-Shows ihre Vorteile aus: "Der Toningenieur kann einen persönlichen Startpunkt für das PM1D kreieren, der sich mit jeder Show weiterentwickelt. Wichtig ist auch die Oberfläche des Pultes, deren Fader nur auf zwei Misch-Ebenen verteilt sind. Die Konsole hat einen ehrlichen und klaren Sound. Mit der richtigen Herangehensweise kann der Tonmann sehr voll klingende Mischungen erreichen, was vor allem beim Erstellen von In-Ear-Monitoring von Bedeutung ist."
Tom Pesa, der sowohl beim Super Bowl XLIII als auch auf der "A"-Bühne bei den GRAMMY Awards Monitor-Mann war, erklärt, wie wichtig einzelne Szenen-Recalls bei TV-Shows mit mehreren Acts sind: "Die Künstler und Gast-Techniker, die zu einer Show kommen, erwarten heute einfach, dass sie ihre sorgsam angepasste eigene Mischszene haben, die dann beim Liveauftritt aufgerufen wird". Er sei froh, dass Yamaha mit dem großen PM1D bereits sehr früh echte Pionierarbeit geleistet habe.
Bei den diesjährigen 51. Grammy Awards verteilten sich 24 Liveauftritte auf zwei Bühnen. Während Parker und Pesa sich die Arbeit teilten und an zwei unterschiedlichen PM1Ds für den Monitor-Mix saßen, war Ron Reaves am Front-Of-House-Mix für den Mix aller Acts verantwortlich. Er vertraute ausschließlich auf ein PM1D-System.

(von L nach R) Michael Parker und Patrick Baltzell
Photo Credit: Jeff Peterson
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