Mauerfall-Spektakel mit EV
Die Berliner TSG AG war für die audiotechnische Umsetzung des Theaters rund ums Hafenbecken verantwortlich
Anlässlich des 20. Mauerfalljubiläums luden sich die Initiatoren der Berliner Festspiele vom 1. bis 4. Oktober 2009 ganz besondere Gäste ein: Das Straßentheater Compagnie Royal de Luxe mit ihren gigantischen Marionetten. Die beiden bis zu 15 Meter großen Figuren wanderten vier Tage lang durch die Hauptstadt, um das Riesen-Märchen „Das Wiedersehen von Berlin“ aufzuführen. Als Kulisse dienten geschichtsträchtige Schauplätze – wie Unter den Linden, die Straße des 17. Juni und das Brandenburger Tor. Hunderttausende verfolgten die emotionale Inszenierung und erinnerten sich gemeinsam anhand dieser Riesen-Allegorie an die weltgeschichtlichen Ereignisse von 1989.

Um den enormen technischen und logistischen Anforderungen der Open Air-Inszenierung gerecht zu werden, waren insgesamt 25 Firmen an der Umsetzung beteiligt – darunter auch die Berliner TSG AG.
Das Team um Firmenchef Marcel Fery war mit der audiotechnischen Produktion des Spektakels zwischen Hauptbahnhof und Hafenbecken betraut. Einzelne Szenen wurden, so Projektleiter Carsten Robert von TSE AG, „als separate Veranstaltungen behandelt.“ Mit erheblichem Zeitdruck: Da die Veranstaltung bereits um 7.00 Uhr morgens begann, musste das TSE-Team über Nacht an der Hugo-Preuß-Brücke zwei große Line-Array Systeme aufbauen. Sie bestanden aus jeweils zwölf Electro-Voice Xvls und zwölf EV Xsubs.
Die Techniker verbauten die Systeme innerhalb von vier Stunden unter zu Hilfenahme von beweglichen Arbeitsplattformen mit einer Gabelhöhe von bis zu vierzehn Metern, einer Belastung von zwölf Tonnen und einigen Kränen.
Bei der Beschallung des Areals, das der Größe von zwei Fußballfeldern entsprach, lag das Hauptaugenmerk auf der Verbreitung der Live-Musik. Die Band der Compagnie Royal de Luxe spielte den eigens für das Riesentheater komponierten Soundtrack. Dieser wurde per Funkverbindung vom fahrenden Musikmobil der Riesen an die Line-Arrays übermittelt.

Für die Schlusssequenz am Hafenbecken wurde das große Line-Array abmontiert und wieder binnen einer Nacht an der 300 Meter entfernt liegenden Moltkebrücke aufgebaut.
Hier war das zu beschallende Gebiet noch größer und weitflächiger: die gesamte Fläche hinter dem Hauptbahnhof, die Spree entlang bis zur Charité und den dazwischen liegenden zahlreichen Brücken. Um das Areal klangtechnisch abzudecken, setzten die TSE-Tontechniker – neben dem großen Line-Array-System – drei weitere stationäre Delay-Positionen ein. Die an speziell entwickelten Rigging-Towern angebrachten Systeme bestanden jeweils aus acht Electro-Voice XLDs und zwei Xsubs.
Angetrieben wurden alle Systeme mit Electro-Voice TG-7-Endstufen. Die Steuerung erfolgte über Electro-Voice NetMax N8000-Controller. Carsten Robert: „Das ermöglichte uns eine zusätzliche Matrizierung der Lautsprecher: Wir bildeten einzelne Gruppen, so konnten wir das Line-Array-System besser anfahren. Für uns stellte dies eine deutliche Erleichterung unserer Arbeit dar.“
Insgesamt besuchten an den vier Tagen knapp eine Millionen Zuschauer das buchstäblich „riesige“ Spektakel. Für Carsten Robert war die Produktion ein voller Erfolg – in jeder Beziehung: „Aus soundtechnischer Sicht hat alles wunderbar geklappt: Wir bekamen beste Kritiken. Als Berliner muss ich aber auch sagen, dass es eine sehr rührende und emotionale Veranstaltung war. Es hat großen Spaß gemacht, daran mitwirken zu dürfen.“
Auszug Equipment Liste:
24 x Electro-Voice Xvls
32 x Electro-Voice Xsub
24 x Electro-Voice XLD
24 x Electro-Voice TG-7 Amps
Electro-Voice NetMax N8000 Controller
Weiter Informationen:
www.electrovoice.com
www.boschcommunications.com
www.tse-ag.com
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